Dinkelscherben entstand aus einer Rodesiedlung etwa im 11. Jahrhundert und wurde erstmalig im Jahre 1162 urkundlich erwähnt.
Burg Zusameck (Rekonstruktion)
Die Reste der hoch- bis nachmittelalterlichen Burg Zusameck liegen auf dem Schlossberg (Kalvarienberg) nördlich über dem Markt Dinkelscherben. Die umfangreiche Burganlage wurde 1812 aufgelassen und bis auf die Burgkapelle abgebrochen.
Die Reste der hoch- bis nachmittelalterlichen Burg Zusameck liegen auf dem Schlossberg (Kalvarienberg) nördlich über dem Markt Dinkelscherben. Die umfangreiche Burganlage wurde 1812 aufgelassen und bis auf die Burgkapelle abgebrochen.
Der Burgplatz war bereits während der Jungsteinzeit besiedelt. Einige aufgefundene Keramikscherben belegen die Weiternutzung des Siedlungsplatzes in spätkeltischer Zeit. Eine frühmittelalterliche Holz-Erde-Burg des 9. Jahrhunderts wurde im 10. oder 11. Jahrhundert durch eine zeittypische hölzerne Turmhügelburg ersetzt. Die erste steinerne Veste auf der Anhöhe über der Siedlung entstand wohl bereits im 12. Jahrhundert als Sitz einer Dienstmannenfamilie der Markgrafen von Burgau.
Wappenbrief
Dinkelscherben gehörte etwa 100 Jahre lang der Markgrafschaft Burgau an und kam im Jahre 1430 zum Domkapitel Augsburg, in dessen Herrschaftsbereich es bis zur Säkularisation verblieb. Die Zeit von 1485 bis 1540 war für die Ansiedlung am Burgberg von besonderer Bedeutung. 1485 erhielt Dinkelscherben den Blutbann und die Hohe Gerichtsbarkeit durch Friedrich III. 1507 wurde es von der Pfarrei Steinekirch losgelöst und zur selbständigen Pfarrei.
Sieben Jahre später wurde dem Ort durch Kaiser Maximilian I. – dem sog. Bürgermeister von Augsburg – das Marktrecht verliehen und im Jahre 1540 bekam er ein eigenes Wappen.
Die Herrschaft des Domkapitels wurde von der Burg Zusameck ausgeübt, in der ein Obervogtamt eingerichtet war, das 1725 zum Pflegamt erhoben wurde. Von hier aus wurden die meisten Besitzungen in der Reischenau verwaltet. In Breitenbronn befand sich ein eigenes Obervogtamt und die Gemeinde Häder gehörte zum Reichsstift St. Ulrich und Afra, Augsburg. Darüber hinaus hatten eine Reihe von Augsburger Kaufleuten wie Fugger und Langenmantel Besitzungen in der Reischenau.
Die Folgezeit gestaltete sich außerordentlich ruhig bis zum Bau der Bahnlinie Augsburg-Ulm in den Jahren 1853/54. Der Pfleger zu Zusameck wurde während der Säkularisation vertrieben, die Burg diente vorübergehend als Kriminalgefängnis, wurde in den Jahren 1812 bis 1823 zerstört und die Überreste zum Bau des Bahndammes verwendet. Der Bau der Bahnlinie wurde für den Markt Dinkelscherben und seine Entwicklung sehr bedeutsam. Es war eine kontinuierliche Aufwärtsentwicklung festzustellen und gerade heute ist die Erschließung an das Schienennetz für uns außerordentlich interessant. Dinkelscherben gehört zum Nahverkehrsbereich der Stadt Augsburg, was zweifellos einen, im Gegensatz zu anderen Gemeinden, hohen Wohnwert bedeutet.
Rathaus (von Osten)
Mit Ausnahme des Eisenbahnunglückes am 31. Juli 1928 und einem Tieffliegerangriff während des Krieges gab es in diesem Jahrhundert keine bedeutenden Ereignisse mehr. Steil nach oben ging die Entwicklung nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges. Die Einwohnerzahl von 1.200 vor dem Krieg stieg bis zum Jahr 1960 auf 2.162 und erreichte 2.750 im Jahr 1972.
In der Zwischenzeit lief auch die Gebietsreform der Gemeinden in Bayern. So wurde am 1. Juli 1972 Anried und am 1. Januar 1977 Ettelried auf eigenen Wunsch hin eingemeindet. 1978 wurden dann noch durch Rechtsverordnung der Regierung von Schwaben folgende Gemeinden zum Markt Dinkelscherben zusammengefasst: Breitenbronn, Fleinhausen, Grünenbaindt, Häder, Lindach, Oberschöneberg und Ried.
Anried ist ein Gemeindeteil des Marktes Dinkelscherben und besteht aus dem Pfarrdorf Anried und dem Dorf Engertshofen. Der Ort liegt 2 km westlich vom Bahnhof Dinkelscherben am östlichen Ufer des Reichenbaches, Engertshofen dem Hauptort gegenüber. Das Gemeindegebiet umfaßt eine Fläche von 708,33 ha. Die westliche Gemeindegrenze bildet zugleich die Landkreisgrenze zum Landkreis Günzburg.
Anried ist als Rodesiedlung eines gewissen Ano vermutlich im 11. oder 12. Jahrhundert entstanden. Der Ortsname „Annenried“ kommt erstmals im 13. Jahrhundert vor. In Anried befanden sich einst bischöflich Augsburgische und markgräflich Burgauische Lehengüter, und der Grundbesitz und die Herrschaftsrechte verteilten sich auf verschiedene Inhaber. Um 1400 kam ein großer Teil von Anried und Engertshofen an die Augsburger Familie Schmucker. Diese verkaufte 1544 den gesamten Besitz an die Fugger, die ihn 1757 an Markus von Schnurbein weiterveräußerten.
Vor dem Übergang an Bayern stand die Grundherrschaft in Anried den Freiherren von Schnurbein, dem Hochstift und dem Domkapitel Augsburg zu, während sich die ersteren und der Bischof von Augsburg die Landeshoheit teilten.
Die frühere vermutlich aus gotischer Zeit stammende Pfarrkirche wurde 1843 durch einen Neubau ersetzt, wobei der Turm und ein Teil des Chores erhalten blieben.
Die bedeutsame Schnitzfigur aus der Ulmer Schnitzkunstschule der heiligen Felizitas und sieben Söhne kehrt für 10 Tage nach Anried zurück. 500 Jahre alt, geht viel Gnade und Kraft für Generationen von Anriedern von dieser Darstellung der Heiligen aus. Die Figur ist ansonsten das ganze Jahr über als Herzstück im Diözesanmuseum St. Afra in Augsburg zu sehen. Nicht nur, dass Anried das einzige Patrozinium der heiligen Felizitas und ihrer sieben Söhne in der ganzen Diözese Augsburg hat. Die Diözese Augsburg hat 1100 Pfarreien und Filialen. Anried ist auch die einzige Pfarrei der Diözese, die eine eigene Schnitzfigur aus der Gotik besitzt.
Seit 1875 ist die Figur aus Gründen der Erhaltung in der Originalfassung im Maximilianmuseum zu Augsburg und ist 1997 in das Diözesanmuseum übergegangen. Die Figurengruppe der heiligen Felizitas und ihrer sieben Söhne ist ein wertvolles und kunsthistorisch bedeutsames Bindeglied im Diözesanmuseum zwischen Spätgotik und Renaissance. Vor 52 Jahren war die Schnitzfigur das letzte Mal in Anried. Einige Anrieder können sich noch an den auch damals einwöchigen Besuch „ihrer Heiligen“ erinnern.
Das Pfarrdorf Breitenbronn liegt am Südrand der Reischenau. Zur Gemeinde Breitenbronn zählt auch der 1 km südwestlich von dem Gemeindehauptort gelegene Weiler Holzara. Das Gemeindegebiet umfasst mit Einschluss von 224,6 ha Waldflächen insgesamt 607,06 ha.
Als Entstehungszeit der Siedlung Breitenbronn wird man wohl das elfte Jahrhundert annehmen dürfen. Der Ortsname („Braittenbrunnen“) erscheint zum ersten Mal in einer Urkunde des Papstes Alexander I. vom 23. März 1255. Der Ort stand ursprünglich im Besitze der Bischöfe von Augsburg und gehörte zu dem Amtslehen der bischöflichen Schirmvögte. Nachdem die mit der Untervogtei belehnten Herren von Kemnat in nächster Nähe von Breitenbronn südlich auf der Höhe die Burg Hattenberg erbaut hatten, kam das Dorf in Abhängigkeit von der dortigen Burgherrschaft und nach der Zerstörung der Burg durch Kauf wieder an das Hochstift Augsburg. 1455 gelangte Breitenbronn zunächst im Wege der Pfandschaft und dann 1641 durch Kauf an das Domkapitel Augsburg. Dieses blieb fortan im Besitze des Ortes und unterhielt dort ein Obervogtamt, bis das Dorf 1803 in Auswirkung der Säkularisation an Bayern überging.
Das Pfarrdorf Ettelried liegt etwa 3,5 km westsüdwestlich vom Bahnhof Dinkelscherben an der Westseite des Reichenbachtales. Das Gemeindegebiet nimmt eine Fläche von 832,26 ha ein, wovon 423,7 ha, also mehr als die Hälfte, auf Waldungen treffen.
Die mitten im Dorf stehende Pfarrkirche St. Katharina erhielt ihre heutige Gestalt um das Jahr 1688 durch den Umbau des damaligen, aus gotischer Zeit stammenden Gotteshauses. Bemerkenswert sind die seinerzeit von Johann Schmuzer aus Wessobrunn geschaffenen Fresken in dem Gewölbe des Altarraumes und die Holzvertäfelung im Langhaus von Gregor Schwamberger aus Augsburg. Später erfuhr die Pfarrkirche mehrmals eine Instandsetzung und eine Bereicherung der Ausstattung, insbesondere 1882 durch die Kunstmaler Gebrüder Scherer. 1953 wurde der Kirchenbau mit neuem Außenputz versehen und das Dach neu gedeckt, 1954 an dem Turm der Außenputz, der Dachstuhl und die Kupferbedachung erneuert. Das geräumige Pfarrhaus geht in seiner baulichen Anlage auf das Jahr 1766 zurück.
Ettelried ist als Rodesiedlung vermutlich im elften Jahrhundert angelegt worden; der Ortsname („Utilinried“) kommt urkundlich erstmals im zwölften Jahrhundert vor. Gleichzeitig tritt ein nach dem Ort benanntes und den in Ziemetshausen begüterten Welfen – dienstbares Ministerialengeschlecht auf, von dem Angehörige bis gegen Ende des 14. Jahrhunderts in Urkunden erscheinen. Während dieser Zeit befand sich das Dorf im Besitz verschiedener Herrschften, bis 1539 die eine Hälfte und 1544 auch die andere Hälfte des Ortes in die Hände der Familie Fugger kam. Dieser Besitz bildete nun einen Bestandteil der Fuggerherrschaft Mickhausen, ging aber 1724 an die Fuggersche Familienstiftung über. Letztere vereinigte ihre Liegenschaften in Ettelried, Anried und Engertshofen zu der „Herrschaft Ettelried und Anried“ und veräußerte diese 1757 zum größten Teil an Markus von Schnurbein, dessen Nachkommen heute noch in Ettelried begütert sind. Die Überlieferung bezeichnet als Stifter der Pfarrei Ettelried die Herren von Rauhenberg. Vielleicht ist dieses sonst nicht bezeugte Geschlecht identisch mit den Herren von Ettelried, indem letztere im Westen des Ortes die ansehnliche Burg Rauhenberg erbaut und sich nach ihr benannt haben.
In dem 1757 an der Hauptstraße errichteten Schloßgebäude befindet sich die Freiherrlich von Schnurbein’sche Forstverwaltung.
Ettelried ist die Heimat der besonders im 19. Jahrhundert tätigen bekannten Malerfamilie Scherer, von der die 1882 erbaute Friedhofkapelle und eine 1870 errichtete Feldkapelle samt Ausstattung herrühren.
Weitere Infos zu Ettelried finden Sie hier…
Das Pfarrdorf Fleinhausen liegt 2,5 km nordwestlich von Dinkelscherben an dem westlichen Ufer der Zusam. Das Gemeindegebiet, welches auch das etwa 1 km südlich von Fleinhausen gelegene Mühlengut Elmischwang umfasst, hat einen Flächeninhalt von 351,57 ha; davon entfallen 63,2 ha auf Waldungen. Fleinhausen darf man als einen der Siedlungsmittelpunkte betrachten, die unsere Vorfahren bei ihrem Vordringen im Zusamtal angelegt haben, und die Entstehung des Ortes etwa in das achte Jahrhundert setzen.
Die Pfarrkirche St. Nikolaus steht, von dem Gottesacker umgeben, mitten im Dorf auf einem künstlich angelegten Hügel. Es war in alter Zeit Mutterkirche für ein weites Gebiet auf der Westseite der Zusam. Der jetzige Bau stammt aus dem Jahre 1474 und zeigt ebenso wie der alte Sattelturm in seinem Äußeren noch gotische Formen. Die Pfarrkirche wurde 1930, das 1779 erbaute Pfarrhaus 1941 restauriert.
In Fleinhausen befand sich nicht bloß eine im Jahre 1304 bezeugte Gerichtsstätte, die sicherlich schon bis in die Karolingerzeit zurückgeht, sondern auch eine Zollstätte; denn Fleinhausen lag an der wichtigen Heer- und Handelsstraße Augsburg-Ulm, die im Mittelalter von Biburg her über Rommelsried, Agawang und Lindach nach Fleinhausen und von dort über Grünenbaindt und Gabelbachergreut weiter nach Jettingen zog. Über die alten Herrschaftssitze fehlt uns eine genauere Kenntnis. Im zwölften Jahrhundert war das Domkapitel Augsburg in Fleinhausen begütert. Diesen Besitz bestätigt Papst Cölestin II. in einer Urkunde vom 26. November 1143. In dieser Urkunde wird auch der Name des Dorfes zum ersten Male erwähnt („Flinhusen“). Nach und nach konnte das Domkapitel auch die übrigen, in den Händen geistlicher und weltlicher Grundherren befindlichen Güter erwerben, so 1438 die Taferne und die Zollstätte. Fleinhausen wurde dann dem Domkapitelischen Pflegamt Dinkelscherben zugeteilt und verlor auf diese Weise seine frühere Vorrangstellung und zentrale Bedeutung. 1803 ging Fleinhausen im Zuge der Säkularisation an Bayern über.
Das Pfarrdorf Grünenbaindt liegt etwa 4 km nordwestlich von Dinkelscherben. Das Gemeindegebiet umfasst 496,63 ha; davon entfallen 175,9 ha auf Waldungen. Der Ortsname Grünenbaindt tritt uns urkundlich erstmals im Jahre 1183 entgegen („Grunenpiunt“) und zwar als Bezeichnung eines vermutlich im elften Jahrhundert entstandenen, eine Zeitlang im Besitze des Kollegiatstiftes St. Moritz zu Augsburg befindlichen Einzelhofes. Im Anschluss an diesen Hof ist im 14. Jahrhundert das heutige Pfarrdorf entstanden. Über seine Gründungsgeschichte sind wir durch archivalische Nachweise gut unterrichtet.
Um das Jahr 1324 verlieh nämlich der dort begüterte Augsburger Patrizier Heinrich Portner den oben genannten Hof und andere Grundstücke an Ludwig den Ryffen, Reutmeister von Welden, mit dem Auftrag, den Wald zu roden und ein Dorf mit zwanzig Bauernanwesen und einem Pfarrhof anzulegen. Auf diese Weise entstand das heutige Pfarrdorf, sicherlich mit Absicht, an der damaligen Heer- und Handelsstraße Augsburg – Ulm, die im Mittelalter von Fleinhausen her über die Höhen nach Jettingen im Mindeltal führte. Infolge misslicher Vermögensverhältnisse war die Familie Portner gezwungen, ihre Besitzungen in Grünenbaindt im Jahre 1372 zu veräußern.
So gelangte das Dorf nach mehrfachem Besitzerwechsel 1506 und 1557 an die Ritter von Stain zu Jettingen, die es zu der ihnen gehörigen Herrschaft Wolfsberg bzw. Steinekirch schlugen. Beim Verkauf dieser Herrschaft im Jahre 1589 ging auch Grünenbaindt mit an das Domkapitel zu Augsburg über. Es wurde dem Pflegamt Dinkelscherben zugeteilt und verblieb im Besitze des Domkapitels, bis es im Zuge der Säkularisation 1803 an Bayern kam.
Inmitten des Dorfes steht die Pfarrkirche St. Peter und Paul, die in ihrem heutigen Bestand zum großen Teil noch aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Kriege stammt. 1882 wurde das Langhaus vergrößert, der ganze Bau 1927 und 1947/48 renoviert. In den folgenden Jahren erhielt die Pfarrkirche drei neue Glocken. Eine Erneuerung des Kirchturmes wurde 1955 durchgeführt.
Das Pfarrhaus entstand in den Jahren 1771/72. Eine malerische Gruppe bildet die 1767 errichtete und 1934 erneuerte Leonhardskapelle mit den vier mächtigen Linden am Ortsausgang.
Das Pfarrdorf Häder liegt am Nordrand der Reischenau, etwa 3,5 km ostnordöstlich von Dinkelscherben. Zur Gemeinde Häder gehören der in geringem Abstand nördlich von dem Gemeindehauptort gelegene Gemeindeteil Neuhäder und das Dorf Schempach, letzteres 0,5 km östlich von Häder. Das Gemeindegebiet umfasst 803,07 ha, wovon 95,1 ha auf Waldflächen treffen.
Häder wird erstmals in einer Urkunde des Papstes Alexanders III. vom 7. August 1177 genannt („Haerder“). Der Ort ist jedoch sicher schon vor der Jahrtausendwende entstanden und darf als die nachweisbar älteste Siedlung der dortigen Gegend gelten. Häder zählte zu den alten Besitzungen des St.-Afra-Stiftes in Augsburg und ging bei dessen Umwandlung in das Benediktinerstift St. Ulrich und Afra 1012 mit auf dieses über. Ein Rittergeschlecht, das sich nach dem Orte benannte, ist im zwölften Jahrhundert nachgewiesen. Die Vogtei über die Kirche und den Besitz des genannten Stiftes in Häder wird im Jahre 1316 als zur Herrschaft Hattenberg gehörig bezeichnet; mit dieser kam sie an das Domkapitel und dann 1645 durch Tausch an das Reichsstift St. Ulrich und Afra zu Augsburg.
Von da an bis zur Säkularisation 1803 war das Reichsstift ausschließlicher Grund- und Gerichtsherr in Häder. Die stattliche Pfarrkirche St. Stephan, 1755 bis 1760 erbaut und 1792 konsekriert, wurde 1950 einer gründlichen Restaurierung unterzogen.
Vermutlich im elften Jahrhundert entstand Lindach als Rodungsdorf an der damals wichtigen Heer- und Handelsstraße von Augsburg nach Ulm. Da die Endung „-ach“ oft eine Feuchtwiese bezeichnet, ist anzunehmen, dass sich der Wald an dieser Stelle, d. h. in der Senke zwischen Lindach, Neuhäder und Au, auf größerer Fläche lichtete, weswegen hier günstige Voraussetzungen für eine Waldrodung bestanden.
Urkundlich erwähnt wird der Ortsname erstmals im Jahre 1331. Damals zählte der Ort 30 Häuser (7 Bauernhöfe, 23 so genannte Sölden, und 179 Seelen). Die Einwohner bewirtschafteten damals nicht ihr eigenes Land, sondern bearbeiteten als „Hörige“ die „Scholle“ ihrer Grundherren. Neben dem Hochstift Augsburg und dem Domstift Augsburg waren dies zunächst das Benediktinerstift St. Ulrich und Afra, Augsburger Patrizier, die Markgrafschaft Burgau und die Burgherrschaften Zusameck und Wolfsberg. Im Laufe der Zeit gelang es dem Domstift Augsburg, durch Kauf oder Tausch das ganze Dorf zu erwerben und dort bis zur Säkularisation im Jahre 1803 allein die Grund- und Ortsherrschaft auszuüben. Verwaltet wurde Lindach vom Pflegamt Dinkelscherben des Domstifts Augsburg.
Die Säkularisation machte den Ort – wie den gesamten Bereich zwischen Iller und Lech – zu einem Teil Bayerns. Dies brachte den Einwohnern Lindachs in den nächsten Jahrzehnten die persönliche Freiheit und die Möglichkeit, eigenständig zu wirtschaften. Das Dorf erhielt durch das zweite Gemeindeedikt des Königreichs Bayern vom 17. Mai 1818 die politische Selbstständigkeit.
1862 bis 1929 gehörte Lindach zum Bezirksamt Zusmarshausen und ab 1929 zum Bezirksamt Augsburg, das ab 1939 dann als Landkreis Augsburg bezeichnet wurde.
Zum 1. Mai 1978 wurde es im Zuge der Gemeindegebietsreform zusammen mit den Orten Anried, Breitenbronn, Ettelried, Fleinhausen, Grünenbaindt, Häder, Oberschöneberg und Ried in den Markt Dinkelscherben eingemeindet.
Die Gemeinde Oberschöneberg besteht aus dem gleichnamigen Pfarrdorf als dem Gemeindehauptort, dem Weiler Reischenau, dem Dorf Saulach, dem Weiler Siefenwang und dem Dorf Stadel.
Oberschöneberg selbst liegt in südsüdwestlicher Richtung etwa 2 km vom Bahnhof Dinkelscherben entfernt auf der linken Seite des Zusamtals. Das Gemeindegebiet umfasst insgesamt 905,63 ha, darunter 27,2 ha Wald. Als Entstehungszeit des Dorfes Oberschöneberg wird man das elfte Jahrhundert annehmen dürfen. Der Ortsname erscheint erstmals im Jahre 1316 („Schonenberch“); zur Unterscheidung von dem Kirchdorf Schöneberg bei Wörleschwang (Unterschöneberg) bürgerte sich seit dem 16. Jahrhundert allmählich der Name „Ober“-Schöneberg ein.
Ursprünglich schon bischöflich Augsburgerisches Besitztum, war das Dorf der Herrschaft Hattenberg, zugeteilt und ging mit dieser im Jahre 1641 durch Kauf an das Domkapitel Augsburg über. Bis zur Säkularisation 1803 unterstand es dem domkapitelischen Pflegeamt Dinkelscherben.
Die Pfarrkirche zu Oberschöneberg ist dem Hl. Ulrich geweiht. Der jetzige Bau stammt aus gotischer Zeit und erhielt seine Gestalt in den Jahren 1726 bis 1730. Das Gotteshaus wurde in den Jahren 1902, 1936 und 1954 restauriert. Das Pfarrhaus geht auf einen in den Jahren 1706/07 durchgeführten Neubau zurück.
Das Pfarrdorf Ried liegt 4 km südwestlich von der Bahnstation Mödishofen am Südrand der Reischenau. Zur Gemeinde Ried gehört auch der 1 km nördlich von dem Gemeindehauptort gelegene Weiler Kühbach. Das Gemeindegebiet erstreckt sich mit einer Längenausdehnung von rund 4,5 km in nordsüdlicher Richtung als verhältnismäßig schmaler Streifen von dem Ufer der Zusam bis auf die waldbedeckten Höhen zwischen den Tälern der Zusam und der Neufnach. Es umfaßt 461,25 ha, darunter 132,8 ha Waldungen.
Ried ist als Rodesiedlung vermutlich im elften Jahrhundert entstanden, wenn auch der Name des Ortes erst in einer Urkunde vom 5. April 1293 sicher nachgewiesen werden kann. Damals verkauften die Markgrafen von Burgau ihre Burg Seifriedsberg mit der Herrschaft an den Augsburger Bischof Wolfhart von Roth, wodurch das Hochstift Augsburg zu den ihm schon zustehenden Rechten in Ried den Kirchensatz erwarb.
Der Name Neuhäder kam erst zu Anfang des 19. Jahrhunderts in Gebrauch. Die um 1720 errichtete Kirche mit dem westlich angebauten Benefiziatenhaus ist die Nachfolgerin einer alten, schon 1593 erwähnten Marienkapelle, bei der sich eine nicht unbedeutende Wallfahrt entwickelt hatte. Das Benefizium wurde 1732 errichtet.
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